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Liebe Mama Ulla,
11.06.2007
ich sende dir viele liebe Hundegrüße aus Bayern. Nach fünf Wochen Zwischenstation bei meiner neuen Oma in Göttschied bin ich hier mit einem großen Wagen angekommen.
Anfangs war es mir immer übel und ich mußte mich übergeben. Aber mit Tropfen und Hilfe meines neuen Bruders Lukas bin ich über 500 km weit gefahren. Man kann sich in diesem Auto beliebig hinlegen und auch im Körbchen schlafen, wenn das Auto Krach macht.
Hier wurde ich mit einem Grillfest begrüßt und meine neuen Nachbarn habe ich entweder vor Freude verbissen oder verbellt. Am zweiten Tag gab’s dann Leckerli vom Nachbarn über den Zaun und mir ist das Bellen vergangen. Im Garten kann man beliebig toben, buddeln und tote Mäuse suchen, was von meinem Herrchen nicht so gern gesehen wird. Morgens geht er immer mit mir spazieren, damit ich die „Bach“ und den „Haufen“ nicht in die Diele machen muß. Das ist wirklich lieb von ihm. Nur auch dem Sofa darf ich nicht schlafen, denn ich bekomme immer geschimpft, wenn ich mal rauf hopse.
Damit ich es nicht vergesse zu erwähnen, bei Dettes gibt es beliebig viele Schuhe, draußen und drinnen. Meine neue Mama hat die Angewohnheit, immer zur Entspannung ihre Schuhe auszuziehen. Ich schnappe mir sie gleich und die ganze Familie rennt hinter mir her. Ein toller Spaß mit dem Schuh über die Gartenwies’ zu sausen.
Übrigens beim Spazierengehen und auf Festen werde ich häufig von fremden Leute bewundert. Die Leute meinen dann, meine Mutter hieße „Steiff“ und nicht Philipp. Sie freuen sich und wollen mich alle streicheln. So einen Hund haben sie nämlich schon lange nicht mehr gesehen, obwohl es bei dir so viele von meiner Sorte gibt. Auch der Tierarzt in Göttschied war immer froh, mich zu sehen. Ich wiege nun 5kg und bin gewachsen. Er hat mich öfters gepiekt und eingesprüht. Es soll angeblich gegen „Vampire“ sein und riecht abscheulich. Hier gibt es auch schon einen Doktor, der mich sehen will.
Ansonsten denke ich, habe ich das Leben der Dettes ein wenig durcheinander gebracht. Morgens lang schlafen, können sie wohl nicht mehr. Man muß ja alle wecken, bevor man sein Vormittagsschläfchen hält. Es solle jetzt mehr Leben in der Bude sein und ich sei ein „Temperamentsbolzen“. Dies hörte ich neulich meine neue Mama erzählen.
Viele Gruße an den Färberfelsen
Dein Zoltan-Rico.
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© 2001-2007 by Sven Philipp